Plastalliance

Europa rüstet sich industriell neu auf: Plastalliance im Herzen der „Critical Chemicals Alliance”

• 13. Januar 2026 • von Joseph TAYEFEH
Kritische Chemikalien-Allianz
Brüssel hat gerade den Grundstein für ein Gebäude gelegt, das für unsere wirtschaftliche Souveränität unverzichtbar ist.

Mit der offiziellen Gründung der „Critical Chemicals Alliance” (Allianz für kritische Chemikalien) schafft die Europäische Kommission nicht nur eine neue Arbeitsgruppe, sondern vollzieht einen entscheidenden Paradigmenwechsel. Ich hatte die Ehre, bei dieser historischen Gründung dabei zu sein, bei der Plastalliance als Gründungsmitglied dieser strategischen Initiative aufgenommen wurde.

Ich möchte übrigens die Organisation dieser Veranstaltung würdigen, die von der Generaldirektorin der GD GROW, Kerstin Jorna, und ihren Teams hervorragend durchgeführt wurde. Dank ihrer Fachkompetenz und ihrer Führungsqualitäten konnte dieser Auftakt die operative und feierliche Dimension erhalten, die er verdient hat.

Es ist kein Geheimnis mehr: Die chemische Industrie und die Kunststoffindustrie sind keine Probleme, die es zu lösen gilt, sondern Lösungen, die es umzusetzen gilt. Ohne sie gibt es keinen ökologischen Wandel, keine digitale Autonomie und keine Gesundheitssicherheit.

Der Ton dieser neuen Allianz wurde durch eine bemerkenswerte Rede von Stéphane Séjourné, dem für Wohlstand und Industriestrategie zuständigen stellvertretenden Vorsitzenden, vorgegeben. Weit entfernt von den üblichen technokratischen Reden sprach er Klartext und bekundete seine Unterstützung für unsere Branchen.

In einer brillanten Rede erinnerte er an eine allzu oft vergessene physikalische und wirtschaftliche Tatsache: Die Chemie- und Kunststoffindustrie ist die Mutter aller anderen Industrien.

„Wenn Sie stark sind, ist Europa stark.“ – Stéphane Séjourné

Dieser Satz fasst den Geist der Allianz zusammen. Er markiert das Ende einer gewissen europäischen Naivität. Wir verstehen endlich, dass wir, um Batterien, Windkraftanlagen, leistungsstarke Wärmedämmstoffe, Verpackungen oder modernste medizinische Geräte zu haben, die vorgelagerte Wertschöpfungskette beherrschen müssen.

Warum ist diese Allianz so wichtig?

Die „Critical Chemicals Alliance” reagiert auf eine dringende Notwendigkeit: die Sicherung der Versorgung mit Chemikalien, die für unsere Gesellschaft unverzichtbar sind. Die Energiekrise und die jüngsten geopolitischen Spannungen haben unsere Schwachstellen offenbart. Die Abhängigkeit von Dritten bei kritischen Molekülen oder Polymeren bedeutet, unser industrielles Schicksal aus der Hand zu geben.

 

Das Ziel ist zweierlei:

  • Stärkung der strategischen Autonomie: Identifizierung und Schutz der Produktion von „Grundbausteinen“ auf europäischem Boden.
  • Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit in Einklang bringen: Beweisen, dass man die Industrie dekarbonisieren kann, ohne sie zu deindustrialisieren.

Die Rolle von Plastalliance

Als Gründungsmitglied vertritt Plastalliance die Interessen eines europäischen Sektors der Wertschöpfungskette der Kunststoffindustrie, der bereit ist, sich dieser Herausforderung zu stellen. Unsere Teilnahme an dieser hochkarätigen Veranstaltung zeugt von der Anerkennung der Kunststoffindustrie als unverzichtbarer Akteur.

Kunststoff steht am Scheideweg des Wandels. Ob es darum geht, Fahrzeuge leichter zu machen, um Emissionen zu reduzieren, Lebensmittel zu konservieren, um Verschwendung zu vermeiden, oder innovative Baumaterialien zu entwickeln – unsere Mitglieder liefern den Rohstoff für den Fortschritt.

Als Gründungsmitglied dieser Allianz verpflichten wir uns, Hand in Hand mit der Kommission zusammenzuarbeiten, um:

  • Regulatorische Engpässe identifizieren.
  • Förderung von Investitionen in chemische und mechanische Recyclingtechnologien.
  • Sicherstellen, dass Europa ein Produktionsstandort bleibt und nicht nur ein Verbrauchermarkt ist.

Auf dem Weg zu einem „Industrial Deal“

Nach zahlreichen Anläufen scheint Europa nun endlich die Konturen eines „Industrial Deal“ zu skizzieren, der seinen Green Deal ergänzen soll. Die ausdrückliche Anerkennung der Notwendigkeit unserer Industrien durch Stéphane Séjourné ist ein starkes Signal.

Für Plastalliance ist dies erst der Anfang. Wir werden mit hohen Ansprüchen daran arbeiten, diesen politischen Willen in industrielle Realität umzusetzen, damit die Stärke unserer Unternehmen auch weiterhin die Stärke Europas ausmacht.